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Jägerkorps
Jägerkorps

Die Wurzeln des Reuschenberger Jägercorps liegen bereits im frühsten Brauchtum der Gartenvorstadt begründet, als hier bereits ein Erntedankumzug abgehalten wurde. Als dann im Jahre 1952 die letzten 10 Doppelhaushälften fertig gestellt waren und somit das ?alte Reuschenberg? baulich gesehen vollendet war, waren auch die Vorbereitungen für die Gründung des ?grünen Corps? abgeschlossen, welches sich in Struktur an das Neusser Jägercorps anlehnte.

Seit Gründung des Jägercorps in der ältesten Gaststätte Reuschenbergs, dem ?Bürgerheim? sind die Gründungsmitglieder Edmund Bierbaum, Dr. Karl Orth, Peter Nüsser, Karl Schiefer, Johann Spicker, Heinrich Hilgers, Heinrich Langen und Clemens Spicker aus der Geschichte des  Corps nicht mehr wegzudenken. So war Edmund Bierbaum nicht nur Major im Gründungsjahr sondern übernahm auch die geschäftliche Führung des Vereins. Zu seinem Adjutanten ernannte er Peter Nüsser, welcher ihm treu zur Seite stand. Karl Schiefer wurde mit überragender Mehrheit zum ersten Hauptmann gewählt. Allen dreien sei hier stellvertretend für alle die im Laufe des Bestehens des Corps großartige Arbeit zum Wohle der Jägergemeinschaft geleistet haben ein tiefes Dankeschön gesagt.

Dieses ?Triumvirat? zog sodann im ersten Jahr  nicht weniger als 10 Jägerzügen voran, die da waren: Fahnenkompanie, Diana, Frei Weg, Immer Durstig, Herman Löns, Heideröschen, Kameradentreue, Komm nie no Hus, Dat send se und Dä zwädde Plöck.

In der ?Gründerzeit? bis in die Tage des heutigen Jägercorps variierte die Anzahl der ?jröne Boschte? durch äußere und innere Einflüsse mal mehr oder weniger stark. Solche Frequenzen konnten aber durch die Basis, welche das Corps auszeichnet, im guten wie im schlechten immer kompensiert werden. Dies teilten die Jäger durch die Ernennungen ihrer Majore der Öffentlichkeit mit, welche da waren: Edmund Bierbaum, Peter Nüsser, Adolf Fischer, Clemens Spicker, Berthold Schneiders und Adolf Peltzer. Sie alle standen und stehen auch heute noch für das Jägercorps und sind mit ?Ihm? tief verbunden.

So war es für die Gemeinschaft der Jäger selbstverständlich, dass Peter Nüsser, Adolf Fischer, Clemens Spicker, Heinrich Lausen, Ernst Goldmann und Josef Zimmermann in ihren ehemaligen Ämtern nun eine ?Ehren? ? Funktion inne hatten und haben.

Aber nicht nur die Corpsführung spiegelt den engen Bezug zu den einzelnen Mitgliedern dar. Es war seit frühester Corpsgeschichte üblich einen Corpssieger zu ermitteln, welcher ebenfalls das Corps repräsentieren sollte. Im Jahre 1976 beschloss die Gemeinschaft der Reuschenberger Jäger keinen Corpssieger mehr auszuschießen, sondern den Sieger des Schießens zum Jägerkönig zu krönen. An dieser stelle sei Karl ? Heinz Westerhoff als erster Jägerkönig von Reuschenberg erwähnt, welcher lediglich 4 Wochen Zeit hatte sich auf seine Würde vorzubereiten, wobei Franz Phillipsen als amtierender und 25. Jägerkönig bereits auf 3 Monate ?Vorbereitungszeit? zurückblicken konnte.

Es gab aber eine weitere Besonderheit in der Geschichte des Corpskönigtums, als im Jahre 1979 kein Corpskönig ermittelt werden konnte, reagierten die Jäger auf Ihre Art und Weise darauf und so konnte sich Ullrich Porolnik ein weiteres Jahr König des grünen Corps nennen.

Die Reuschenberger Jäger sind aber nicht auf das Jägercorps beschränkt, sondern wollten von je her allen Außenstehenden zeigen welche Freude sie am historisch gewachsenen Vereinsleben haben. So stellte das ?grüne Corps? bereits im Jahre 1954 mit Heinrich Langen den Schützenkönig von Reuschenberg und kann im Rückblick insgesamt auf 13 Schützenkönige zurückblicken, welche aus den Reihen des Corps hervorgegangen sind, wo der ?wilden 13?, unserem amtierendem Schützenkönig Peter Peltzer, natürlich besondere Aufmerksamkeit gebührt.

Wer nun allerdings meinen möchte, dass sich die Jäger auf das ?Glänzen? zusammenfassen lassen, dem sei mitgeteilt, dass dies ein großer Irrtum ist. Bereits in frühen Jahren begann man mit der ?Öffentlichkeitsarbeit?, wie man es heute bezeichnen würde. Die Jäger suchten immer nach Möglichkeiten um mit den Reuschenbergern zu feiern, und dies nicht nur zum Schützenfest. So wurde nicht nur der karnevalistische Kostümball zu einer leider vergessenen Tradition sondern auch der Tanz in den Mai, bei dem das Corps bewies, das man auch mit anderen Corps gemeinsam Feste organisieren kann. Hier gingen die Jäger sogar gegen die sogenannten ?Feindbilder? an und veranstalteten in den 90er Jahren den Tanz in den Mai mit den St. Hubertusschützen, um den Rivalitäten zwischen den Corps entgegenzuwirken und zu demonstrieren, dass das Schützenwesen lediglich für den berühmten ?Spaß an de Freud? gelebt wird. Durch die enge freundschaftliche und humorvolle Atmosphäre wurde im Jahre 1979 die Maikönigin nicht durch ein Los ermittelt, sie konnte sich damals einen Berliner Ballen kaufen, welcher gegebenenfalls die Maikönigin preisgab, denn neben der gewohnten Konfitüre enthielt der Ballen der Maikönigin eine Kaffeebohne, welche sie zur Maikönigin machte.

Anders als ?Spaß an der Freude? läßt sich auch nicht die Fackelbaufreude bezeichnen, welches das Corps der ?jröne Boschte? auszeichnet. Lokale, nationale und ?historische? Begebenheiten nahmen die Reuschenberger Jäger seit frühestem Bestehen auf und setzten diese in kunstvoll gestalteten Großfackeln um. Es sei hierbei erwähnt, dass im Jahre 1966 ein Zug lediglich 25 DM als Fackelbauzuschuss vom Bürger ? Schützen ? Verein bekam. Dieser Betrag glich sich zum Glück bis zum heutigen Tage an, so dass bereits im Jahre 1977 vom Jägercorps 7 ½  Großfackel gemeldet werden konnten. Die halbe Fackel bestand aus einer Rückwand, welche der damalige Jägerzug Lucia auf ein transportables Gestell schraubte.    

Die tiefe Gemeinschaft spiegelt sich aber auch in den Corpseigenen Aktivitäten wieder. So kann man heute rückwirkend sagen, dass die ?einmalig? festgelegte Schnitzeljagd sich heute stark gewandelt in einen Dreikampf verändert hat, welcher heutzutage in den Disziplinen Dart, Kegeln und Schießen die Corpsmitglieder immer wieder zum fairen Wettstreit aufruft.

Aufrufe zur Kameradschaft gab es im Jägercorps einige, so sei hier nur an den der Fahnenkompanie erinnert, welche 1982 bekundete, dass man genug Mitglieder habe um eine 2. Corpsfahne zu übernehmen. Darauf wurden dann sogenannte ?Bausteine? vom Corps angeboten, wodurch im Jahre 1985 mit Hilfe der Jäger und aller Reuschenberger Bürger die zweite Corpsfahne der Jäger in St. Elisabeth geweiht werden konnte.

Es dauerte nicht lange, bis die Jäger sich dafür in gebührender Weise revangieren konnten. Im Jahre 1988 waren sie es vornamentlich, welche den vom Schützenverein ins leben gerufenem Biwak folgten, und ihm heute zu der Stellung verholfen haben, welche für das Reuschenberger Regiment als einer der Höhepunkte des schützenfestlichen Geschehens sorgen.

Aber nicht nur Sonnenschein ist dem Jägercorps gegeben. Wie alle Schützenvereine haben auch die ?grünen Jungs? mit dem Mitgliederschwund zu kämpfen, welcher sich durch äußere und innere Einflüsse ergibt. So steht das Ende des letzten Jahrtausends nicht nur für einen Tiefpunkt in der Corpsgeschichte, sondern vielmehr für einen erfolgreichen Neubeginn, welcher sich bis zur heutigen Zeit fortsetzt.

Es gibt noch viel zu tun, aber die Jäger sehen den Aufgaben aufrecht stehend entgegen.